
Heute bin ich fit und frisch und freue mich auf die Besucher. Zuerst mache ich mich über meine quadratische Leinwand her und schaffe in kürzester Zeit die angefangene Schicht zu komplettieren. Aber Besucher kommen keine. Ein kleines Grüppchen männlicher Jugendlicher steht ganz nah am Fenster und schaut herein. Es ist komisch, sie sind nur ungefähr 50 cm von meinem linken Ohr entfernt, da ich die Ecke vom Bild fertig male bin ich so nah am Schaufenster. Die Jungs lachen, da kommt ihr Bus und schon sind sie weg. Schließlich tauchen doch noch zwei bekannte Gesichter auf, die mir Fotos für mein Objekt bringen. Ich freue mich. Ein Stück Binnenwasser und Grün ist auf dem einen Foto, auf dem anderen ist ein Sandobjekt zu sehen. Jetzt habe ich circa 30 Stück hängen und ich hoffe, dass noch mehr kommen. So ist es etwas leer! Die Themen der schon hängenden Fotos sind ganz unterschiedlich: von der Bananenstaude, einem regionalen Weinberg, einem Vorgartenviereck vor der Garage, einem krabbelnden Kleinkind im Gras, über einem Schattenriss im Sand, zu einem Selbstportrait einer jungen Frau, deren Gesicht so bearbeitet ist, dass Hals und Ohr schon ins Pflanzliche wechseln. Sehr interessant! Auf meiner Arbeitsfläche liegen noch 4 Bilder, die ich digital bekommen habe und jetzt im ausgedruckten Zustand nur noch zuschneiden muss. Auf einem von den vier Fotos ist ein Hausschwein zu sehen. Es ist komisch, dass die Tierwelt etwas unterrepräsentiert ist. Wahrscheinlich kommt das aber daher, dass der Mensch unserer Zeit wenig Beziehung zu Tieren hat. Das Projekt finde ich aber trotz allem noch spannend. Jeder denkt anders, sieht anders und selbst auf den Laienfotos kann man das sehen. Ich wollte subjektive Natureindrücke und ich denke, das ist gelungen. Ich bin gespannt, was noch alles kommt!

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