Freitag, 26. Februar 2010

Donnerstag, 25.2.2010


"So ein wunderschöner Tag", denke ich als ich durch den Krämermarkt zum Atelier gehe. Sogar die ersten Tische stehen vor einem Café. Eine Mutter sitzt mit ihrem Kleinkind genüsslich in der Sonne und trinkt einen Capuccino. Im KunstMobil angekommen geht es nachmittags so weiter. Ein Besucher reiht sich an den anderen. Die Tür lasse ich eine kleine Zeit lang offen stehen, nur damit etwas frische Luft herein weht. Innen riecht es stark nach Ölfarbe. Die Menschen sind heute neugieriger und kommen einfach herein. Eine Besucherin betritt ganz hektisch den Raum und drückt mir zwei Fotos für die Installation in die Hand. Sie murmelt was von einer nicht aufgestellten Parkscheibe und Strafzettel und schon ist sie wieder draußen. Als ich mir die Fotos genauer ansehe, stelle ich fest, dass sie eigentlich viel zu bunt und schrill sind. Zuerst denke ich sogar, dass die Frau sie aus einem Werbeprospekt ausgeschnitten hat. Wie kann ich das wohl integrieren? Aber als ich genauer schaue stelle ich fest, dass die Bilder mit einem schlechten Tintenstrahldrucker ausgedruckt wurden. Als ich das Projekt plante, habe ich mir vorgenommen nicht zu werten .Vielleicht ist der Eindruck von Natur für diese Besucherin genauso schrill und werbemäßig. Ich kann sie ja jetzt nicht mehr fragen, sie hat keinen Namen hinterlassen. Die Fotos lege ich in meinen Sammelkasten und beschließe sie am Samstag zu befestigen. Später kommt ein junger Mann mit einer Plastiktüte im Arm herein. Im Gespräch wird schnell klar, dass er zurzeit in der Klinik ist. Er möchte mir etwas malen. Ich lasse ihn an meinen roten Tisch am Fenster und schenkt mir dafür nach ungefähr 10 Minuten eine Zeichnung. Er hat sie signiert und erzählt, dass er auch Künstler ist. Wenig später ist er schon draußen, mit seiner lauten Rockmusik in den Kopfhörern und ich sehe wie er sich vor dem Schaufenster nochmal umdreht und ins Fenster starrt.

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