

Als ich meinen Plakatständer vor die Tür stelle steht ein junger Mann frierend mit einem Kaffeebecher in der Hand vor dem Schaufenster und betrachtet meinen "Blätterrhythmus". Während ich den roten Leiterwagen neben die Plakate rolle frage ich: Möchten Sie herein kommen? Er nickt.
Das ist mein erster Betrachter und er traut sich auch mich anzusprechen. Nach 10 Minuten muss er zum Bus.
Nun stehe ich im Glaskasten, habe mein frisch gemischtes Orange in der linken Hand und meinen Pinsel in der rechten Hand. Ein Passant schaut unauffällig herein. Vor mir steht die Leinwand mit der blauen Untermalung. Jetzt kommt ein Bus, es steigen Menschen ein und Viele aus. Heute ist Krämermarkt in Winnenden. Meine Handschuhe habe ich vergessen, ich male nie ohne.
Die Tür geht auf, ein Passant kommt herein, ich begrüße ihn. Er schaut aufmerksam und lange auf meine Bilder. Inzwischen habe ich meine Handschuhe entdeckt. Ich habe sie gerade in der Hand und möchte sie über streifen, als der Besucher ein Gespräch mit mir beginnt. Er erzählt aus seinem Leben, er ist arbeitslos. Gerne hätte er wieder Arbeit, aber niemand will ihn, da er über 40 Jahre alt ist. Es ist interessant sich mit ihm zu unterhalten. Wir reden über die Arbeitslosigkeit, über die Bildungspolitik, über das Leben und über mein Thema, die Natur.
Ich ziehe einfach meine Handschuhe an und beginne meine Leinwand zu bearbeiten und er redet weiter. Ich bin erstaunt, es stört mich kein bisschen. Als er nach ca. einer halben Stunde den Raum verlässt lade ich ihn ein doch mal wieder zu kommen. Und ich arbeite weiter. Die Tür geht wieder auf. Jetzt ist es die Fotografin vom Waiblinger Zeitungsverlag. Sie gibt knappe Anweisungen, zeigt mir das Ergebnis und schon ist sie wieder aus der Tür. So geht das weiter. Es kommen noch 2 Besucherinnen und die Journalistin, dazwischen arbeite ich weiter. Die letzten 2 Stunden sind ruhig, nur die Passanten schauen direkt oder schauen diskret. Schüler steigen lärmend aus Bussen. Kinder schreien. Ein Polizeiauto fährt vor. Und ich bin mitten drin. So habe ich mir das vorgestellt!
Oben habe ich ein Foto, das das Drahtobjekt zeigt, wie es nur mit 3 Fotos bestückt aussieht. Darüber sind die eingereichten Fotos zu sehen. Je mehr Fotos am Objekt hängen werden, desto sichtbarer wird das Objekt werden.

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