
Meine letzte Woche in Winnenden hat begonnen. Schade, dabei habe ich mich schon so an die Situation und an diesen Raum gewöhnt. Er ist hell und lebendig und ich habe bis jetzt viele Impulse bekommen. Die Passanten haben sich daran gewöhnt, dass ich in dem Raum arbeite und viele scheuen sich nicht herein zu kommen und mit mir zu reden. So habe ich heute gleich nach 10 Minuten den ersten netten Besucher und das erste Gespräch. Während ich an meiner Leinwand arbeite kommen auch schon die nächsten Interessierten und so geht es weiter bis 14 Uhr. Einer fragt mich, warum ich "Banköffnungszeiten" habe. Ich erkläre ihm, dass ich meist schon um 9.30 Uhr da bin und nachmittags einfach nicht mehr kann. Schließlich ist meine Konzentration durch die Öffnung nach draußen und zu den Menschen nicht so ausdauernd, wie zuhause im ungestörten Atelier. Im Moment liebe ich die Öffnung nach außen und den Kontakt zu den interessierten Besuchern, aber immer wäre das sehr anstrengend und ich würde auch nicht so bewusst und voll konzentriert arbeiten können. Zum Beispiel die Pinselzeichnung: diese Art der Zeichnung erfordert höchste Konzentration und Aufmerksamkeit. An meinem roten Tisch, direkt am Schaufenster habe ich es schon probiert, aber viele Zeichnungen sind nicht geglückt, da ich doch auch durch die Passanten abgelenkt werde. Eine Pinselzeichnung erfordert eine Art von Meditation und höchste Konzentration, sonst wird sie nichts. Ein Strich, unbedacht und ich kann das Blatt Papier wegwerfen.

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